Heinz Knobloch: Biografie

war Journalist, Schriftsteller und vor allem Feuilletonist mit Lebensmittelpunkt in Berlin.
Eine Biographie in Stichworten hat er selbst seinem Buch "Mißtraut den Grünanlagen!" im Jahr 1996 beigefügt. Dort heißt es auf Seite 143:
"Geboren 03:40 Uhr am 3. März 1926 zu Dresden.
Vater: Gerhardt (26), Reproduktionsfotograf; Mutter: Fridl, geb. Müller (24), Retuscheurin.
1932: Volksschule.
1935 wegen Arbeitslosigkeit des Vaters Umzug nach Berlin.
1937: Friedrichs-Oberschule.
1942: Mittlere Reife und Abgang: im Fach Deutsch 'Ausreichend',
Lehre als Verlagskaufmann, dem ersehnten Zeitungsberuf näher.
Gewaltsamer Abbruch Mitte 1943 durch Einberufung zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht. Nach der Landung der Alliierten (6. Juni 1944);
am 27. Juli in der Normandie bei St. Lo desertiert.
Kriegsgefangen in den USA: Tennessee, Alabama (Mais, Zuckerrohr, Tomaten, Erdnüsse, Baumwolle), Pennsylvania (Eisengießerei, Anstreicher, Geschirrspüler, Büro) Virginia (Holzfäller, Müllabfuhr).
1946 in Schottland: (Straßenbau, Kunstdünger, Saatgut, Schafswolle, Englisch-Diplom: 'mit Auszeichnung'). Februar 1948: Repatriiert. In Berlin vergebliche Arbeitssuche, schließlich Bürohilfe beim Illus-Bilderdienst im Berliner Verlag.
Dezember 1948: Volontär bei der "Berliner Zeitung".
1949: Redakteur in Ausbildung beim Illus-Bilderdienst.
1953: Heirat mit Helga Leutloff, (24);
Gründung der "Wochenpost", dort zuständig für Rätsel, Denksport und Humor.
1957: Feuilletonchef. Erste Feuilletons in der "Wochenpost". Tochter Dagmar.
Fernstudium: 1960 Diplom-Journalist. 1963: Literaturpreis des FDGB.
1964: Sohn Daniel. 1965: Heinrich-Heine-Preis.
Ende 1968: Beginn des wöchentlichen Feuilletons: "Mit beiden Augen".
1986: Lion-Feuchtwanger-Preis der Akademie der Künste der DDR; DDR-Nationalpreis (3. Klasse).
1988: Ende der Serie mit dem 1000. Feuilleton. Weiterhin bis 1991 "Wochenpost"-Autor).
1994 geehrt mit dem Berliner Moses- Mendelssohn- Preis für Toleranz." (Ende des Zitats)
Weitere Ehrung:
1998: Verdienstorden des Landes Berlin.
Er starb am 24. Juli 2003 in Pankow und wurde am 6. September  - gemäß seinem im Buch "Alte und neue Berliner Grabsteine" (S. 303-306) begründeten Wunsch - in seiner Geburtsstadt Dresden beigesetzt.

Seine letzte Lesung hielt er am 2. Juni 2003 im Roten Rathaus (nicht am 2. Juli wie dort angegeben!) von Berlin, wo im gleichen Saal am 7. August auch die Trauerfeier nach einem von ihn selbst zusammengestellten Programm durchgeführt wurde.

blueboard_next.gifeine Seite zum Nachruf auf Heinz Knobloch finden Sie hier:

 Ausgewählte biografische Quellen:
- Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2000/2001 (München/ Leipzig). 62. Jg., Bd. I, S. 564
- Wer ist Wer? (Lübeck) 37. Jg. 1998/99, S. 753
- Kiwus, Karin: Berlin - Ein Ort zum Schreiben. 347 Autoren von A bis Z. (Berlin) 1996, S. 233-234.
- KLG = Kritisches Lexikon zur deutschen Gegenwartsliteratur (München). Loseblattsammlung, 34. Nachlieferung  Stand: 1.1.1990 v. Birgit R. Erdle

Heinz Knobloch bei der Lesung in der "Sonnenblume" in Berlin-Moabit

Foto: H. Mehnert 9/2002

blueboard_back.gif