Knobloch, Heinz: , Die guten Sitten ...  Halle 1964

W4

Autor:

Heinz Knobloch

Hrsg./ Auswahl:

-

Titel:

Die guten Sitten ...

Verlag:

MITTELDEUTSCHER VERLAG

Ort:

Halle

Jahr:

1964

Umfang:

192 S.

Editorisches:

Copyright by Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 1964
Lizenz-Nummer 444-300/1/64
Die Gesamtherstellung übernahm die
Betriebsberufsschule Heinz Kapelle, Pößneck V 15/34
Umschlag, Einband und Illustrationen von Gitta Kettner
Die Typografie besorgte Rudi Schossig

Weitere Auflagen:

insges. 9 Auflagen; (9. veränderte Aufl. 1979)

Hinweise:

Taschenbuchausgabe 1974 mit Nachwort von H.K.: Zehn Jahre später

Motto:

Die ganze Wahrheit, sie, die ganze, große, ist unaufdringlich, leuchtet uns tief innen. Man muß sie suchen, um sie zu gewinnen. JOHANNES R. BECHER

Vorwort/
Einleitung:

-

Inhaltsverzeichnis:

Aus erster Hand   ...............       7
Dankzettel   ............       9
Aus erster Hand ..........      11
Das königliche Beispiel   .......       13
Frühlingsgedanken   .........   15
Mit kosmischem Lächeln .......  17
Eben deshalb   ...........      19
Entgegen allen Voraussagen   .....      21
Die kleine Wolke   .........    24
Der schöne Satz   ..........    27
Die Sprache der Bilder   .......        29

Der Stein im Sande  ..............      31
Sonnen-Schein   ...........     33
Da steht es   ............      35
Der Stein im Sande .........    38
Was kostet die Kunst?   ....... 40
Schillerlockung     ..........  42
Vor einem Werk ..........       44
Bei denen aus Stein   ........  47
Ein ganz gewisses Lächeln  ......       51
Wer schreibt, der bleibt .......        53
Blick auf Byzanz  ..........    56

Der fünfte Blumenstrauß ............    59
Nur selten irre?   ..........   61
Leere Blätter   ...........     65
Gipfel des Humors .........     67
Kein Gedicht   ...........      69
Toupiertes     ............     72
1001:0 ..............   75
Das neue Buch ...........       78
Das Erreichbare   ..........    80
Der fünfte Blumenstrauß   ......        81

Etappen ...................     83
Fünf Minuten auf einer Bank   ....      85
Vor den Erinnerungen   .......          88
Schulerinnerungen    .........          90
Grundbegriff     ...........    92

Ausführungsbestimmung  .......          96
Bis ganz zuletzt   ..........           98
Rembrandts Oma    .........     100
Etappen    .............        102
Dichtung und Wahrheit   .......         105
Immer mal wieder   .........    107

Aus dem psychologischen Wörterbuch ....  109
Antrieb ..............  111
Erfolgserlebnis     ..........  114
Gedächtnisschwund  .........    117
Urteilsvermögen   ..........    118
Autosuggestion     ..........   120
Zahlbegriff   ............      122

Was nicht ins Auge fällt   ..........   125
An unserem Sonntagmorgen  ........      127
Das unverschämte Wildschwein ....       129
Das Aufnehmen   ..........      131
Es genügt, wenn  ..........     134
Der Curry-Brief   ..........    136
Was nicht ins Auge fällt  .......       139
Was soll man machen?   .......  141
„Ich weiß was ...".........     144
Die guten Sitten   ..........   146

Probefahrt   .............      149
Poetische Nachricht   ..............    161
Proportionen ............       163
Er und seine ............       165
Problem ..............  166
Vom Ich zum Wir   .........     168
Mit anderen Worten   ........   170
Mit anderen Werten   ........   172
Mit M wie Mensch   .........    174
Poetische Nachricht .........   176

Nachwort    ..................  179

Nachwort/
Nachbemerkungen:

Nachwort
S. 181: Wie gut, daß es Leute gibt, die auf die guten Sitten achten! Die einen sitzen im Hubschrauber und fliegen über das Dach der Weltausstellung, die anderen sitzen zu Hause und überfliegen die Zeitung, und wenn sie Brüste sehen (in der Vergrößerung oder in Petit), schauen sie genau hin; denn das ist ihre Pflicht. Anstoß nehmen darf schließlich nur der, der die Dinge von allen Seiten betrach-tet hat. - In Berlin aber betrachtet dann ein junger Mann mit Namen Heinz Knobloch, seines Zeichens Redakteur, die Einsendungen dieser Leute (oder er liest sie in einem sittsamen abendländischen Morgenblatt) und läßt sich zu seinem Buch „Die guten Sitten ..." inspirieren. (Wie gut, daß es Leute gibt, die auf die guten Sitten achten!) Es heißt zwar, schlechte Beispiele verderben gute Sitten. Aber Knobloch fördert sie selbst dort, wo er „sittenlos" ist (im Feuilleton; über seinen Lebenswandel zu urteilen, bleibt späteren Vorwortautoren vorbehalten).
Knobloch geht mit den sogenannten guten Sitten ins Gericht, aber er spürt auch, um die Sitten zu bilden, den Regungen im Menschen nach, die in unserer Gesellschaft sit-tenbildend sind, den Regungen, durch die uns „tief innen" die ganze große Wahrheit zu leuchten beginnt, daß der Mensch nicht mehr des Menschen Feind ist. Dabei gelangt er zu Einsichten über uns, die es lohnt, mit unseren An-sichten zu konfrontieren....
S. 183: ...Was bei ihm der Sprache recht ist, ist der Form billig. Knobloch „knobelt". In den „Zimmermannssplittern" („Herztöne und Zimmermannssplitter", Mitteldeutscher Verlag 1962) hatte er versucht, ein Geschehen in größerer Totalität einzufangen, indem er zu einem Themenkreis einen Zyklus von zwölf in sich geschlossenen Feuilletons schuf. In dem Feuilleton „Probefahrt" ist es ihm geglückt, eine Reihe von reportagehaft angelegten Episoden durch die Pointe, daß wir ab und zu eine Probefahrt mit uns selbst veranstalten sollten, um unser „Beharrungsvermö-gen" zu prüfen und nachzusehen, „ob unser Radar auch auf die kleinen Punkte reagiert", zu einem feuilletonistischen (S.184) Ganzen zu vereinigen. Er hat in den einzelnen Episoden viel Erlebnismaterial geboten und auf ihre Wirkung als Feuilleton nicht verzichtet.
In der feuilletonistischen Betrachtung (in der keine Epi-sode dichterisch gestaltet und gedanklich pointiert, son-dern unter bestimmten literarischen Aspekten ein Gedanke „abgehandelt" wird) bemüht er sich um poetische Mög-lichkeiten. In dem Beitrag „Mit anderen Worten" schmir-gelt und bürstet er Worte ab, weicht er andere ein, wäscht sie, hängt sie auf die Leine und stellt dann fest, daß sie wie neu aussehen und auch so klingen. Er schafft aus Me-taphern das Bild einer winzigen Episode, und wenn wir die begrifflichen Erörterungen um sie herum längst ver-gessen haben, schimmert durch das Bild noch immer der Gedanke hindurch. (Es sei hier die Anmerkung gestattet, daß Knobloch der Lyrik nicht nur sekundiert und den „fünften Blumenstrauß" bindet, sondern daß er zwischen ihr und bestimmten Leserschichten auch vermittelt. Dieses metaphorische Bilddenken, das sich innerhalb eines begrifflich-erörternden Textes niederschlägt, regt den un-geübten Leser an, in Metaphern zu denken, ohne ihn von vornherein zu überfordern - der Textzusammenhang er-leichtert es ihm, sich die Bilder zu erschließen.) Das Buch „Die guten Sitten..." hat die Verlags-Probe-fahrt bestanden, die Anlässe zu Restpunkten sind mehr oder weniger folgsam beseitigt worden — es sticht in See. Wenn es auch nicht „Horizont" heißt, wird es ihn trotzdem weiten (ein Buch kann niemals „Horizont" heißen, da viele Leser sofort ein „Schulschiff" dahinter vermuten würden, und bevor sie sich in Gefahr begeben, belehrt zu werden, (S.185) wie man den Kurs berechnet und die Tiefe lotet, lassen sie das schönste Schiff links liegen). Auch steht nicht „Odessa" am Heck des Buches, dafür aber mögen ihm so viele Heimathäfen beschieden sein, wie die Auflage hoch ist (und vielleicht heißt einer „Odessa" - wer kann das wissen).
REINER KUNZE  (Greiz, Mai 1963)

Klappentext:

-

Zusätzliche Hinweise:

Das Nachwort von Reiner Kunze fehlt in späteren Auflagen

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