Biografisches

Dorotheenstädtlsiche Buchhandlung Dez 2002

Heinz Knobloch war Journalist, Schriftsteller und vor allem Feuilletonist mit Lebensmittelpunkt in Berlin.

Eine Biographie in Stichworten hat er selbst seinem Buch “Mißtraut den Grünanlagen!” im Jahr 1996 beigefügt. Dort heißt es auf Seite 143:


“Geboren 03:40 Uhr am 3. März 1926 zu Dresden.
Vater: Gerhardt (26), Reproduktionsfotograf; Mutter: Fridl, geb. Müller (24), Retuscheurin.

1932 Volksschule.
1935 wegen Arbeitslosigkeit des Vaters Umzug nach Berlin.
1937 Friedrichs-Oberschule.
1942 Mittlere Reife und Abgang: im Fach Deutsch ‘Ausreichend’, Lehre als Verlagskaufmann, dem ersehnten Zeitungsberuf näher.
Gewaltsamer Abbruch Mitte 1943 durch Einberufung zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht. Nach der Landung der Alliierten (6. Juni 1944) am 27. Juli in der Normandie bei St. Lo desertiert.
Kriegsgefangen in den USA: Tennessee, Alabama (Mais, Zuckerrohr, Tomaten, Erdnüsse, Baumwolle), Pennsylvania (Eisengießerei, Anstreicher, Geschirrspüler, Büro), Virginia (Holzfäller, Müllabfuhr).
1946 in Schottland (Straßenbau, Kunstdünger, Saatgut, Schafswolle, Englisch-Diplom: ‘mit Auszeichnung’).
Februar 1948 Repatriiert. In Berlin vergebliche Arbeitssuche, schließlich Bürohilfe beim Illus-Bilderdienst im Berliner Verlag.
Dezember 1948 Volontär bei der “Berliner Zeitung”.
1949 Redakteur in Ausbildung beim Illus-Bilderdienst.
1953 Heirat mit Helga Leutloff (24);
Gründung der “Wochenpost”, dort zuständig für Rätsel, Denksport und Humor.
1957 Feuilletonchef. Erste Feuilletons in der “Wochenpost”. Tochter Dagmar.
1960 Fernstudium, Diplom-Journalist.
1963 Literaturpreis des FDGB.
1964 Sohn Daniel.
1965 Heinrich-Heine-Preis.
Ende 1968 Beginn des wöchentlichen Feuilletons: “Mit beiden Augen”.
1986 Lion-Feuchtwanger-Preis der Akademie der Künste der DDR; DDR-Nationalpreis (3. Klasse).
1988 Ende der Serie mit dem 1000. Feuilleton. Weiterhin bis 1991 “Wochenpost”-Autor.
1994 geehrt mit dem Berliner Moses-Mendelssohn-Preis für Toleranz.

(Ende des Zitats)


Weitere Ehrung: 1998 Verdienstorden des Landes Berlin.

Er starb am 24. Juli 2003 in Pankow und wurde am 6. September – gemäß seinem im Buch “Alte und neue Berliner Grabsteine” (S. 303-306) begründeten Wunsch – in seiner Geburtsstadt Dresden beigesetzt.

Seine letzte Lesung hielt er am 2. Juni 2003 im Roten Rathaus von Berlin (nicht am 2. Juli wie dort irrtümlicherweise archiviert!), wo im gleichen Saal am 7. August auch die Trauerfeier nach einem von ihm selbst zusammengestellten Programm durchgeführt wurde.

Biografische Quellen finden sich auch in:

  • Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2000/2001 (München/ Leipzig). 62. Jg., Bd. I, S. 564
  • Wer ist Wer? (Lübeck) 37. Jg. 1998/99, S. 753
  • Kiwus, Karin: Berlin – Ein Ort zum Schreiben. 347 Autoren von A bis Z. (Berlin) 1996, S. 233-234.
  • KLG = Kritisches Lexikon zur deutschen Gegenwartsliteratur (München). Loseblattsammlung, 34. Nachlieferung Stand: 1.1.1990 v. Birgit R. Erdle