Weitere angeregte Gedenkorte

Noch mehr Beispiele für Erinnerungsinitiativen von Heinz Knobloch

  • Heinz Knobloch hat dafür gesorgt, dass das Relief vom Grabstein seines feuilletonischen Vorbildes Victor Auburtin (1870-1928) nach Ablauf der Grabpflege 1977 in Garmisch-Patenkirchen vor der Zerstörung gerettet wurde und ihm sogar per Paket zugesandt wurde. Das Original stellte er dem Französischen Gymnasium in Berlin zur Verfügung, weil Auburtin dort (an deren früherem Standort in Berlin-Mitte) seine Reifeprüfung abgelegt hatte. Die Tafel ist zurzeit leider nicht auffindbar, es existieren aber Abgüsse und Fotos.
  • Die abgelaufene Grabstelle des parteipolitisch in Unehre gefallenen Sozialisten Paul Levi (1883-1930) auf dem Stahnsdorfer Friedhof kaufte Heinz Knobloch noch zu DDR-Zeiten auf, um die Einebnung zu verhindern. Nach der Vereinigung wurde sie durch Senatsbeschluss vom 22. märz 1994 zu einem Berliner Ehrengrab. Siehe dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Levi
    Das hatte wiederum Heinz Knobloch in seinem Feuilleton “Umwege zu Paul Levi” in dem Sammelband “Die. schönen Umwege” 1993, S. 59 -ebenfalls erfolgreich – angeregt.
  • Weiterhin hat er sich schon in den 80er Jahren für die Ehrung der Parlamentäre des Januaraufstandes 1919 im Berliner Zeitungsviertel eingesetzt. Aus dem besetzten “Vorwärts”-Verlagsgebäude in der Lindenstraße waren diese mit weißen Fahnen zu Verhandlungen in die Garde-Dragoner-Kaserne in Kreuzberg (dem heutigen Finanzamt am Mehringdamm) geschickt worden. Die Militärs verhandelten aber nicht, sondern nahmen sie dort sofort gefangen und ermordeten sie im Hof der Kaserne auf bestialische Weise.
    Eine Gedenktafel für diese – in ihrer Mehrzahl als Arbeiter beschäftigten – Männer, für deren Ehrung sich Knobloch einsetzte – der in der Nähe wohnte und zur Schule ging -, konnte wegen parteipolitischer Querelen im Bezirksparlament von Kreuzberg jahrelang nicht umgesetzt werden. Erst als 15 Jahre später nach der deutschen Vereinigung die Zuständigkeit für das Gebäude vom Bezirk Kreuzberg an das Deutsche Historische Museum übergegangen war – wurden im Eingangsbereich des Finanzamts Tafeln zur Erinnerung an die Ereignisse von 1919 angebracht. Der ursprüngliche Anreger für die Ehrung, Heinz Knobloch, wird nicht erwähnt.