Wirkung & Nachlass

Heinz Knobloch im Stadtbild von Berlin

Im Folgenden finden Sie Beispiele erfolgreicher Erinnerungsarbeit von Heinz Knobloch. Im Jahr 2000 erwähnte er in einem Interview sechs Gedenktafeln, die in Berlin auf seine Initiative zurückgehen würden. Sie sind auch heute noch – 20 Jahre später – im Stadtbild zu finden. Sehr treffend heißt es dazu im Klappentext der 5. Auflage seines Buches “Herrr Moses in Berlin”:
“Schreibend setzte er Gedenktafeln —und erreichte, daß sie tatsächlich geschaffen wurden.”
Auf den Zusammenhang mit seinen Feuilletons und Büchern wird im Folgenden entsprechend verwiesen.

1. Mahntafel zur Bücherverbrennung - am Bebelplatz in Berlin-Mitte

Text: Peter Edel, deutsch-jüdischer Schriftsteller (1921-1983)

Die Tafel ist rechts vom Eingang des Alten Palais (jetzt Juristische Fakultät der Humboldt- Universität), Bebelplatz 2, befestigt und erinnert an das nationalsozialistisch gesteuerte öffentliche Verbrennen von Büchern am 10. Mai 1933. Daran waren Studierende der Berliner Universität beteiligt. Eine Mahntafel zu diesem Ereignis wurde dort erstmals im September 1980 angebracht.
Zur Geschichte dieser Tafel:
Heinz Knobloch hatte bereits 1976 bei einer Bibliothekarstagung in der Nähe auf das Fehlen einer “mahnenden Gedenktafel” hingewiesen und anschließend 1979 in seinem Buch “Herr Moses in Berlin – Ein Menschenfreund in Berlin” geklagt: “Wenn (von der Bücherverbrennung) wenigstens eine Tafel sprechen würde auf diesem Parkplatz der Gedankenlosigkeit” (1. Aufl. 1979, Buchverlag Der Morgen Berlin, S. 418). Indirekt drohte er sogar mit der Ausschreibung einer Subskription für eine solche Tafel. Anlässlich einer Lesung zum Erscheinen des Buches im TiP (im Palast der Republik, Schloßplatz) wurden offiziellen Stellen auf diesen Mangel aufmerksam gemacht.
Knobloch konnte in der Nachbemerkung zur 3. Auflage seines Buches melden: “Die (…) angeregte Tafel ist Anfang September 1980 auf dem Bebelplatz angebracht worden” (S. 447). Davon berichtete auch die Zeitung Neues Deutschland (ND) am 11.9.1980. Der 2. Sonntag im September wurde als „Tag der Opfer des Faschismus“ öffentlich begangen.
Der Bebelplatz wurde außerdem jährlich für einen Büchermarkt in Anwesenheit von DDR-Schriftstellern genutzt. 1987 fand dort sogar ein internationaler Schriftsteller-Kongress „mit Autoren aus 23 Ländern“ vor der Kulisse des Alten Palais statt, das ND berichtete ganzseitig (ND vom 9.5.87). Auch die Gedenktafel ist abgebildet.
Anfang der 90er Jahre wurde die Tafel zeitweise abgehängt, da sie laut Aussagen des damaligen Bausenators “dem Anlaß nicht mehr gerecht “ würde.
Bei der Eröffnung des neugeschaffenen Mahnmals „Versunkene Bibliothek“ von Micha Ullmann in der Mitte des Platzes am 10.3.1995 hielt auch Heinz Knobloch eine kurze Rede (veröffentlicht im ND vom 10.5.1995). Die Tafel am Alten Palais wurde mit dem Datum 12. Mai 1983 ergänzt, offensichtlich, um damit ihre Herkunft aus der DDR-Zeit zu dokumentieren. Eine Erläuterung für die Besucher ist dort bis heute nicht zu finden.
1996 schrieb Heinz Knobloch rückblickend einem Beitrag “Bücherverbrennung” in “Mißtraut den Grünanlagen”: “… So kam es 1983 zu der Tafel am Alten Palais. Klammheimlich, wie damals üblich, wurde sie angebracht, aber nicht feierlich enthüllt. Ich war nicht eingeladen. Und freute mich, sie verursacht zu haben… ihr Text stammt von dem verstorbenen Peter Edel, einem Schriftsteller jüdischer Herkunft. Er überlebte Auschwitz.” (Verlag Transit: Berlin 1996, S. 132f).
In der Eingangshalle des Alten Palais befindet sich ein kleiner Leseraum mit einem Bücherregal zum Thema, der durch das Glasfenster neben der Gedenktafel sichtbar, er ist aber derzeit nicht zugänglich ist (Stand April 2022).

2. Gedenktafel für Moses Mendelssohn - den jüdischen Aufklärer in Berlin

Gedenktafel für Moses Mendelssohn an der ehem. jüdischen Knabenschule (von 1983)

Die Tafel befindet sich an der Außenwand des Jüdische Gymnasiums, früher “Jüdische Knabenschule” in Berlin-Mitte in der Großen Hamburger Str. 27. Sie ist allerdings wegen des blickdichten Metallzauns zum Schutz der Schule für Passanten nur schwer einsehbar.
Die Tafel wurde durch Heinz Knobloch in seinem Buch “Herr Moses in Berlin” 1979 angeregt (Erstauflage 1979, Buchverlag Der Morgen Berlin, S. 331ff.). Eine Gelegenheit zu ihrer Realisierung fand sich aus Anlass des 250. Geburtstages von Friedrich Nicolai: “Am 18. März 1983 … wurde am Schulgebäude in der Großen Hamburger Straße 27 eine Gedenktafel für Moses Mendelssohn eingeweiht. Ein Porträtrelief von Prof. Gerhard Thieme und eine Tafel von Götz Dorl mit der am Anfang dieses Buches abgedruckten Maxime des Menschenfreundes Moses Mendelssohn.” (“Herr Moses in Berlin” 4. Aufl. Buchverlag Der Morgen Berlin, S. 485.) Die Tafel ist auf S. 368 des Buches abgebildet. Die Maxime lautet:
Nach Wahrheit forschen,
Schönheit lieben,
Gutes wollen,
das Beste tun.
Es wäre gut, wenn die Sichtbarkeit der beiden Tafeln für die Öffentlichkeit wieder hergestellt würde, gerade in dieser Straße, die auch den Beinamen “Toleranzstraße” trägt. Darauf verwies Knobloch z.B. in seinem Beitrag zur 750 Jahr-Feier der Stadt 1987 (NBI-Sonderausgabe, S. 80-82). Damit würde an diese Phase der Berliner Aufklärung angeschlossen und an das friedliche Nebeneinander verschiedener Kulturen und religiöser Bekenntnisse erinnert, wofür sich in dieser Straße auch heute Zeugnisse finden lassen.

3. Gedenktafel zur Verhinderung des Brandes der "Neuen Synagoge" in Berlin

Die Tafel und ihr Standort neben der Neuen Synagoge Oranienburger Str.

Die Neue Synagoge Oranienburger Str. wurde ebenso wie viele andere in der Pogromnacht 1938 von organisierten Nazi-Anhängern angegriffen. In diesem Fall gelang es jedoch durch das beherzte Vorgehen des zuständigen Polizeireviers 16 unter Wilhelm Krützfeld, das von SA-Leuten bereits gelegte Feuer durch die Feuerwehr zu löschen und das unter Denkmalschutz stehende vor weiterer Zerstörung zu schützen.
Heinz Knobloch hat diese “ungewöhnliche Zivilcourage” von Berliner Polizisten während der Nazi-Herrschaft in seinem Buch “Der beherzte Reviervorsteher” (Buchverlag Der Morgen 1989/90), ausführlich dargestellt. Das wurde in den Medien und der interessierten Öffentlichkeit breit aufgenommen und an dieses besondere Ereignis wird bis in die Gegenwart öfter erinnert. Das Buch wurde mehrfach neu auflegt, z.B. auch als Taschenbuch im Fischer Verlag (1996), zuletzt erschien es im Jaron Verlag (2003). Regine Scheer fand später ergänzend heraus, dass wohl eher Otto Bellgardt als direkter Retter der Synagoge angesehen werden kann. Dessen Handeln geschah aber im Einvernehmen mit seinem Revierleiter Wilhelm Krützfeld, der dafür anschließend den Verweis seines Vorgesetzten hinzunehmen hatte. Der setzte seine verdeckte Unterstützung der jüdischen Mitbewohner aber weiter fort, bis er von der Dienststelle abgezogen wurde.
Bis zur Anbringung der Gedenktafel für dieses beispielhafte Verhalten mussten nach Erscheinen des Knoblochschen Buches allerdings eine ganze Reihe Hürden genommen werden, denn sowohl deutsche wie jüdische Institutionen hatten ihre Schwierigkeiten im Umgang mit einer angemessenen Ehrung, dem Text und dem Platz für diese Tafel. Schließlich entschied man sich die Gedenktafel am Gebäude neben der Synagoge, dem Centrum Judaicum, anzubringen.
Die Enthüllung der Tafel nahm der damalige Berliner Polizeipräsident Hagen Saberschinsky im Mai 1995 vor.
Nichteingeweite finden die Gedenktafel nur sehr schwer, auch ist sie schwer lesbar, da eine Absperrung zum Schutz der Gebäude das nähere Herantreten an die Tafel mit dem wenig konstrastreichen Text behindert. Deshalb sei der Text hier wiederholt:
Der Berliner Polizeibeamte
Wilhelm Krützfeld
(1880 – 1953)
bewahrte
in der Pogromnacht vom 9./10. November 1938
durch mutiges und entschlossenes Eingreifen
diese Synagoge vor Zerstörung
Der Polizeipräsident in Berlin

4. Gedenktafel für Mathilde Jacob - der Vertrauten von Rosa Lusemburg

Gedenktafel am Rathaus Tiergarten

(Tafel derzeit wegen Fassadenarbeiten nicht sichtbar – April 2022)

Platzbenennung vor dem Rathaus Tiergarten

Platz vor dem Rathaus Tiergarten

Heinz Knobloch hat In seiner einfühlsamen Studie Mathilde Jacob, der Sekretärin Rosa Luxemburgs, unter dem Titel “Meine liebste Mathilde” (Buchverlag Der Morgen. Berlin 1985) ein Denkmal gesetzt, indem er den Namen und die besondere Bedeutung dieser Frau ins Licht der Öffentlichkeit geholt hat. Sie war eine enge Vertraute von Rosa Luxemburg, die sie z.B. während ihrer Haftzeit intensiv unterstützte – auch durch Ein- und Ausschmuggeln von Texten aus der Zelle. Nach Luxemburgs frühem Tod (Ermordung am Landwehrkanal im Januar 1919) war es Mathilde Jacob, die wesentlich zur Rettung ihres Nachlasses betrug, der durch Freunde teilweise in die USA gelangte. Knobloch stellte dazu schriftliche Nachforschungen bei Überledenden an, die Anlass zu weiteren Studien über sie und Rosa Luxemburg waren. Knobloch Buch erlebte mehrere (Neu-)Auflagen, auch als Taschenbuch (Fischer Verlag Frankfurt 1997).

Die Anbringung einer Gedenktafel wurde vom Verein Aktives Museum (August 1996), die Platzumbenennung auch durch den damaligen Bürgermeisters von Tiergarten, Jens Jensen, vorangetrieben. Bei der Einweihung des Platzes im Januar 1997 betonte Jensen, dass es wichtig sei, “dort zu gedenken, wo einzelne gewirkt haben. Mathilde Jacob lebte jahrzehntelang in Tiergarten”, Rosa Luxemberg ebenfalls für kurze Zeit. Die damalige, gegen konservative Widerstände durchgesetzte, Platzbenennung vor dem Rathaus Tiergarten fand großes öffentliches Interesse. Heinz Knobloch nahm ebenfalls teil und las am Abend des Tages im Saal der Bezirksverordneten-Versammlung (Berliner Morgenpost v. 27.1.1997).

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5. Gedenktafel für Lina Morgenstern - Einrichterin der ersten Volksküchen

Heinz Knobloch initiierte auch diese Tafel in der Linienstr. 47 im ehem. sog. Scheunenviertel, nachdem er auf diese wohltätige, aber auch sehr kämpferische Frau 1980 erstmals in seiner Rubrik “Mit beiden Augen” in der Wochenpost zu ihrem 150. Geburtstag hingewiesen hatte (Nr. 47/1980). Der Text “Die Suppenlina”, so ihr volkstümlicher Name, wurde mehrfach wieder veröffentlcht, zuletzt in “Alte und neue Berliner Grabsteine” (Jaron Verlag 2000, S. 234-236).
Lina Morgenstern gilt als Begründerin der Volksküchen in Berlin und leitete die Deutsche Hausfrauen-Zeitung ab 1874 dreißig Jahre lag. Ihr “Illustriertes Universal-Kochbuch für Gesunde und Kranke” war ein “ausführliches Lehrbuch für Kochschulen und zum Selbstunterricht”, das auch international hohe Anerkennung fand (8. Aufl. 1906 mit 14 abgebildeten Medaillen auf dem Einband).
1997 widmete ihr Heinz Knobloch das Buch “Die Suppenlina – Wiederbelebung einer Menschenfreundin” (Edition Hentrich 1997), in dem er weitere historisch bedeutsame Details über ihr Wirken als Repräsentatin “der ersten Generation der deutschen Frauenbewegung” (Helene Lange, zit. auf S. 201) wiedergibt.
Erneut mahnt er an, das nach ihr weder eine Straße oder ein Platz in Berlin benannt sei. Immerhin trägt seit 1996 in Kreuzberg eine Oberschule, jetzt Sekundarschule, ihren Namen (S. 204) und inzwischen gibt es auch mehrere Gedenktafeln im Stadtgebiet.
Hier noch einmal der obige Text der Tafel in der Linienstraße:
“In diesem Haus eröffnete 1868 der Volksküchenverein, gegründet von Lina Morgenstern, genannt die Suppenlina, (25.11.1830- 16.12.1909) eine Volksküche. In dem Bestreben, die große soziale Not zu lindern, aber keine Almosen zu verteilen, wurden erstmalig nahrhafte Speisen zum Selbstkostenpreis abgegeben. Lina Morgenstern wirkte als Publizistin, als Mitbegründerin des ersten Arbeiterinnen-Bildungsvereins und der ersten Krankenkasse für Arbeiterinnen sowie als Vorstandsmitglied der Deutschen Friedensgesellschaft.”
Die Tafel wurde am 16. Dezember 1997, dem 88. Todestag von Lina Morgenstern, durch Bezirksbürgermeister Joachim Zeller und Heinz Knobloch enthüllt (Landespressedienst vom 9.12.1997, S. 4), der dort eine kurze Rede hielt. In einem Interview der Berliner Morgenpost vom 15.8.2000 erwähnte Volker Hobrack, Vorsitzender der Gedenktafelkommission von Mitte, dass Heinz Knobloch die Gedenkplatte selbst bezahlt habe.

6. Gedenktafel für die französischen Opfer des 2. Weltkrieges

Gedenktafel und Standortfoto in Berlin-Frohnau,Schließfließer Str. 13-19

Diese Tafel befindet sich am Eingang des heutigen Poloplatzes an Schönfließer Str. 13-19 im Bezirk Reinickendorf. Sie ist in die linke Eingangsmauer zum Gelände eingelassen. Auf dem Gelände befand sich von 1946-1952 ein Friedhof der Französischen Alliierten, der als zentraler Gedenkort für tausende französischer Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter des 2. Weltkrieges auf deutschem Boden angelegt wurde. Zu ihnen gehörten auch 34 KZ-Häftlinge, die am Ende mehrtägiger Todesmärsche in einer Scheune bei Gardelegen in Sachsen-Anhalt bestialisch bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Sie wurden 1948 nach Berlin-Frohnau umgebettet.
Heinz Knobloch wurde aus Anlass des 50. Jahrestages der unmenschlichen Tat im Jahr 1995 von einem Mitarbeiter des Stadtmuseums Gardelegen wegen des heutigen Zustandes im Bereich dieses Friedhofs angeschrieben und später noch genauer über die Namen der Opfer und ihre Überführung nach Berlin informiert.
Knobloch war 1944 als 18jähriger in der Normadie in den Krieg geschickt worden. Er desertierte dort und war bis 1948 in amerikanischer und britischer Gefangenschaft, bevor er nach Berlin zurückkehren konnte. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Biografie beriet er sich über das genannte Schreiben mit seinem Freund Peter Hüne und sie kamen schließlich zu dem Entschluss, sich bei den zuständigen Stellen nachträglich für die Anbringung einer Gedenktafel im früheren Eingangsbereich dieses Friedhofes einzusetzen.
Die Bemühungen hatten schließlich Erfolg und die Enthüllung der Bronzetafel an der ehemaligen Friedhofsmauer neben dem Eingang zum Sportplatz (Schönfließer Straße Ecke Senheimer Straße) fand in Anwesenheit von Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura und einer gößeren Zahl offizieller Vertreter am 14.7.1997 statt (LPD-Berlin v. 10.7.1997, S. 3).

Wie schon bei der ersten der hier präsentierten sechs Tafeln wurde – wie 1980 am Bebelplatz zu DDR-Zeiten – auch im Westteil der Stadt in Berlin-Reinickendorf nicht daran gedacht, die Initiatoren zur Einweihung der Tafel einzuladen. So ist es auch ein Akt der Fairness, auf dieser Website den Hinweis auf ihr Engagement nachzuholen.

Weitere Gedenktafeln (in Bearbeitung)

Zusätzliche Hinweise auf Ehrungen und Erinnerungen an historisch bedeutsame Ereignisse und Personen, sind in Heinz Knoblochs Büchern und Feuilletons zahlreich zu finden. Hier noch drei weitere Beispiele:

  1. Heinz Knobloch hat dafür gesorgt, dass das Relief vom Grabstein seines feuilletonischen Vorbildes Victor Auburtin (1870-1928) nach Ablauf der Grabpflege 1977 in Garmisch-Patenkirchen vor der Zerstörung gerettet und ihm in die DDR gesandt wurde. Das Original befindet sich heute im Leibniz-Gymnasium in Kreuzberg, wo Auburtin in der Vorgängerschule seine Reifeprüfung abgelegt hatte.
  2. Die abgelaufene Grabstelle des in Unehre gefallenen Sozialisten Paul Levi (1883-1930) auf dem Stahnsdorfer Friedhof kaufte Heinz Knobloch noch zu DDR-Zeiten auf, um deren Einebnung zu verhindern. Später wurde sie zu einem Berliner Ehrengrab.
  3. Ebenso hat er sich schon in den 80er Jahren für die Ehrung der Parlamentäre des Januaraufstandes 1919 im Berliner Zeitungsviertel eingesetzt. Aus dem besetzten “Vorwärts”-Verlagsgebäude waren diese mit weißen Fahnen zu Verhandlungen mit den belagernden Miiltärkräften zur Garde-Dragoner-Kaserne in Kreuzberg (dem heutigen Finanzamt am Mehringdamm) geschickt worden. Sie wurden dort aber sofort gefangen genommen und im Hof der Kaserne auf bestialische Weise ermordet. Eine Gedenktafel für diese in der Mehrzahl als Arbeiter tätigen Männer konnte wegen parteipolitischer Querelen in Kreuzberg aber erst mehr als 15 Jahre später im Finanzamt angebracht werden, als die Zuständigkeit dafür in Bundeshand übergegangen war.


Gedenken am Heinz Knobloch (in Bearbeitung)

An Heinz Knobloch wird derzeit bisher an drei Orten öffentlich sichtbar erinnert:

1. Grabstein in Dresden auf dem Tolkewitzer Friedhof
2. Gedenkstein am Heinz-Knobloch-Platz in Berlin-Pankow
3. Berliner Gedenktafel an seiner ehem. Wohnung in der Masurenstraße

Zum Nachlass des Schriftstellers

Der Nachlass von Heinz Knobloch befindet sich überwiegend in der Staatsbibliothek in Berlin in der Handschriftenabteilung unter Nachlässe und Autographen.
Er wird unter der Nr. 353 geführt und besteht einerseits aus Materialien zu seinem Werk, die er bereits Ende der 80er Jahre an die Staatsbibliothek Unter den Linden abgegeben hatte und andererseits aus den nach seinem Tode in den Jahren 2004-2006 an die Handschriftenabteilung übergebenen Manuskripten, Briefen und sonstigen Unterlagen.
Der Nachlass ist über das Datenbanksystem Kalliope auffindbar: Heinz Knobloch.
Zum älteren Nachlassteil ist im Lesesaal der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek eine Kartei und ein Findbuch einsehbar, der Hauptteil des Nachlasses ist nur vorsortiert.